Verfasst von: turboluke | 16. Mai 2010

Bleibe bullish

Auch wenn mit Vorbehalt, dazu gleich mehr. Ich hatte im Letzten Posting angedeutet, dass der Euro das Zünglein an der Waage sein könnte, habe aber aufgrund der sich abschwächenden Abwärtsbewegung des Währungspaares die Vermutung, dass sich der Euro stabilisieren könnte. Dem war nicht so, wie wir heute wissen, und so bescherte ein wieder rasch fallender Euro den beführchteten Kursrutsch.

„Wie kann das denn sein“, lese ich oft. „Ein schwacher Euro ist doch positv für den Deutschen Export!“. „Die Kurse MÜSSEN ja steigen wenn der Euro fällt“, heißt es weiter. Wer mit solchen vielleicht wirtschaftlich richtigen Schlussfolgerungen versucht an den Märkten sein Geld zu verdienen, hat die Rechnung schlicht ohne den Wirt gemacht. Die Wahrheit ist: Die Reaktion des Marktes ist entscheidend und nicht die eigene Meinung. Nur darin besteht die Logik und dieser Logik fügt man sich. Wer lieber Recht haben will, holt  sich halt eine blutige Nase… Der Markt oder „die Märkte“ – das neue Lieblingswort unserer Politiker, meinen heute: Euro fällt = negativ für Aktienindizes. Bald schon, wenn zu viele diesen Zusammenhang erkennen und sich dieser Strategie bedienen, wird es wieder anders sein, aber heute ist dieser Zusammenhang einfach nicht von der Hand zu weisen. Kommen wir zum Wichtigen:

Ich habe es bereits angedeutet, dass ich zum Futures-Markt wechsle weil mich die Willkür der Emitenten vor 2 Wochen förmlich angekotzt hat! (hah, ist das schön, dass ich das so frei hinschreiben kann ;-)) Am Freitag abend vor einer Woche wollte ich den short auf SPX gegen 21.30 verkaufen, doch die Bank wollte nicht aufkaufen – für die, die es nicht wissen. Über 1000€ Schaden für mein Depot. Ich werde dagegen nicht gerichtlich vorgehen, weil ich keine Chance habe, aber ich möchte zumindest jeden noch einmal eindringlich vor dieser Gefahr warnen wenn es wieder turbulenter zugeht an den Märkten. Warum ich das schreibe, ist, weil ich Konsequenzen zog und zum Futures-Markt wechsle. Mit der neuen Handelsplattform kann ich zudem nun wunderbar IM CHART die Stopps und auch die Limits für beispielsweise Stopp-Buy Order setzen kann. Für Kauf und Verkauf konkurrieren 10 verschiedene Banken und so kann ich das oben beschriebene Risiko fast auf null reduzieren.

Für meine letzte Analyse wählte ich in der neuen Plattform die folgende Strategie:

Idee: Die Aktienindizes werden nur nachgeben, wenn der Euro fällt. Also plazierte ich zunächst einen engen Stopp im SPX-Long-Future. Es war zu befürchten, dass mit einem neuen Low im Euro ein neuer Abwärtsschwung im Euro (gg. USD) aufkommt. Ich plazierte also in der Nähe neuer Lows eine Stopp Sell Order um bei einem Ausstoppen im Aktienindex gleich im Zug des fallenden Euros zu sitzen. Das geht in weniger als einer Minute mit dieser Plattform, mit Zertifikaten hätte es mich wohl ne halbe Stunde Zeit gekostet (KO-berechnen, richtigen Schein rausschen, Preise berechnen, Stopps eingeben, etc.), was dazu wohl geführt hätte, dass ich den Deal aus Faulheit nicht gemacht hätte. Da bin ich mir sicher. Heute sitze ich auf einem netten Polster und muss der ausgestoppten Position nicht nachweinen.

Wie geht es in der nächsten Woche weiter? Wie immer: Keine Ahnung! Nur Vermutungen. Ich sah Käufe zum Wochenschluss am Freitag. Das waren zu einem nicht zu unterschätzbaren Teil sicher auch Eindeckungen der Trader um wie immer ohne Position und damit ohne Risiko ins Wochenende zu gehen, zum anderen will es mir aber auch sagen, dass manch einer sich unsicher fühlt mit short Positionen über WE und so könnte es sein, dass sich der Abschwung der letzten 2 Handelstage als eine echte Bärenfalle entpuppt. Wird aber das Low vom Freitag unterschritten, so wird auch das riesige Gap geschlossen, da wartet dann der nächste Widerstand. Wird auch dieser unterschritten, kommt die in der letzten Woche befürchtete „Abwärtsbewegung für die Geschichtsbücher“. Ich gebe aber der bullischen Variante mehr Chancen, weil:

  • Die Abwärtskerze vom Freitag selbst ein Gap aufgerissen hat, das geschlossen werden will
  • Der CPC sehr hoch steht (viele Short-Positionen)
  • Die Unterstützung war das 62,8 % Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung seit Freitag
  • einige Unterstützungen durch langfr. Moving-Averages und (exp. MA)
  • Montage sehr häufig grün sind

Für eine rote Wochenkere spricht vor allem das Drehen des NYMO an der Nulllinie, was ein extrem schlechtes Zeichen im großen Bärenmarkt 08 war. Zudem hat mein System auf „short auf Tagesbasis“ geschaltet. Macht das beste draus. Eine angenehme Woche!

BTW: Das sind meine offenen Positionen. Für einen Long lohnt übrigens auch der Blick auf BP in der kommenden Woche. Ich denke das Desaster um die Ölplattform ist „eingepreist“. So perfide das auch klingt. Ein Jammer was dort passiert ist und ich hoffe, dass BP dafür noch hart bestraft wird!

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Responses

  1. Hi Turbo (oder jetzt besser: FuturesLuke? :-)),

    über welche Plattform handelst Du Futures? Besonderes Interesse meinerseits: Abgeltungssteuer oder nicht?

    Gruß,
    Eimsbusher

  2. Hi Turbo,

    wie ist es mit Overnightpositionen ? (hohes Risiko)
    Hältst du diese oder gehst du abend immer raus ?
    Ausserdem, ist deine Handelsplattform webbasierend ?

  3. Servus!
    Die Plattform ist FXCM(.com)
    Kann es bisher nur empfehlen. Am besten direkt ein Demo-Konto eröffnen und es ausprobieren. Im Demokonto werden Futures über CFDs gehandelt.
    Das Overnight-Risiko ist meiner Ansicht nach geringer als mit Zertifikaten, denn du kannst fast rund um die Uhr kaufen und verkaufen. Ausnahme: Fr.22Uhr bis So. 22Uhr

    Was die Abgeltungssteuer angeht, hängt wohl davon ab, welches Konto du eröffnest, aber bisher schaut es nicht so aus als würde die abgezogen, was ich persönlich blöd finde, da mir das eine Menge Arbeit erspart hat.

  4. Auch wenn mein Stopp abrasiert wurde. Ich bleibe weiter bullish und kaufe nochmal (wütend) nach 😉 Im Ernst: An der bullishen Lage ändert sich nix, zumal der Euro heute wieder etwas zulegen konnte, was den Abwärtssog stoppte. Ich habe den EUR/USD short heute geschlossen und bin long. Long auch in GBP/USD und EUR/JPY sowie Dax.
    Short nur im AU und AG

  5. Hi Luke,

    das war gestern im SPX500 schon dumm gelaufen. Kleine Bärenfalle würde ich sagen 😉
    Na ja, mal sehen, wie weit der Markt diese Woche läuft.
    Bei den Devisen scheinst Du ebenso, wie bei den Aktienmärkten auf eine kurzfristige Erholung zu hoffen. €/$ ca. 1,24 oder sogar 1,27 €, weil dort ein kleines Gap ist?

  6. EUR/USD sollte sich jetzt erholen, es liegen einfach zu viele Short-Positionen der Non-Comercials vor. Sollte den Indecies nicht schaden…..

  7. Jau..!!! Das war ein Tag und so schnell kann es gehen. Meinungsverändernde Meldungen gab es von allen Seiten. Ausgestoppt in den Longs auf ganzer Linie. Na Luke, der Tag ist ja noch nicht zu Ende 😉

  8. oh oh… heut gabs mal richtig was vorm Latz. Fast das gesamte Depot ausgestoppt :-/
    Bin short eingestoppt worden und sitze immerhin im Zug. Würde mich nicht wundern wenn es daher bald wieder in Richtung Norden dreht 😉

  9. Hallo turboluke,

    mich würde das auch interessieren, über welche Palttform Du handelst


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