Verfasst von: turboluke | 7. Februar 2010

Bond-Crash voraus!

Der Anleihemarkt ist meiner Ansicht nach einer der wichtigsten Schlüssel für die kommenden Jahre was die gesamtwirtschaftliche und finanzpolitische Richtung großer und mittlerer Industriestaaten betrifft. Seit über 30 Jahren befindet sich der Bond-Markt in einem noch nie dagewesenem Bullenmodus. Das – und nur das – macht es Staaten möglich weiter die expansive Schuldenpolitik zu finanzieren. Wird kurz- oder mittelfristig Liquidität benötigt, so besorgen sich Staaten diese über den Bondsmarkt indem sie Staatsanleihen emitieren.

Die Nachfrage nach Bonds wird aber heute schon z.T. künstlich über Stimulationsprogramme aufrecht gehalten, z.T. haben aber auch Notenbanken ein Interesse nach US-Staatspapieren, weil ihre Währungen indirekt damit zusammenhängen. Viele Regierungen wissen das und versuchen das Risiko zu minimieren indem sie statt in Bonds z.B. in Rohstoffe wechseln wie am extremen Goldanstieg in 2009 zu sehen war – warum soll man ein großes Risiko eingehen und hoch verschuldete Staaten finanzieren? 

So leidet die Attraktivität dieser vermeindlich sicheren Anlageform immer mehr. Die Nachfrage steht heute auf sehr wackeligen Füßen, sie ist de fakto kaum mehr vorhanden, weil immer weniger Käufer bereit sind mit dem Ankauf dieser Papiere indirekt die Verschuldungs- und Konsumorgien der Staaten zu finanzieren. Das Interesse besteht nur noch künstilich, und ich gehe davon aus, dass weitere Käufer im Zuge dieser Entwicklung abspringen werden. Gleichzeitig emitieren die Staaten immer mehr Staatspapiere, und man muss kein Prophet sein um auf absehbare Zeit sehen zu können, dass dieses wackelige Konstrukt umfallen wird, denn Angebot und Nachfrage sind wie oben angesprochen heute nicht mehr ausgeglichen.

So sehe ich den Aufwärtstrend der Bonds, der immerhin seit 1980 exisitert, nicht nur charttechnisch in großer Gefahr. Sobald der Anleihemarkt in einen übergeordneten Bärenmodus über geht, fällt das Damoklesschwert herab auf die Finanzpolitik der Staaten und wir bekommen weit aus düstere Szenarien als wir uns heute vorstellen möchten und können. Hier der Chart der T-Bonds, Quelle: www.stockcharts.com (D.Millard).

Heute muss der Staat knapp etwa 4% Zinsen aufbringen um die Käufer der Papiere bei Laune zu halten ($UST30Y). Wenn aber das Kaufinteresse aufgrund oben beschriebener Risiken weiter nachlässt, werden die Yields derart in die Höhe schießen (ich rechne mit mehr als 7%), dass es äußerst schmerzhaft und teuer für die Finanzminister werden kann, an frisches Geld zu kommen. Was folgen wird ist eine deutliche Reduktion von Subventionen und anderen Staatsausgaben bei gleichzeitigen Steuererhöhungen. Es geht in dieser Dekade ans Eingemachte! Die Staaten haben heute schon extreme Schwierigkeiten die heutige sehr niedrige Zinslast zu finanzieren. Wird die Zinslast aber größer bei ansteigenden Staatsschulden, dann haben wir den Todesstoß par excellence für das heutige Finanzsystem, das mittlerweile einem Schneeballsystem gleicht. Ich hoffe wirklich, dass wir das nicht erleben müssen…

Charttechnisch ist der 30-Year Bond jedenfalls stark angeschlagen. Die Aufwärtsbewegungen nach „Touch“ der unteren Aufwärtstrendline werden häufiger und schwächer und ich verwette meinen Hintern darauf, dass schon im nächsten Retest der Aufwärtstrend gebrochen wird. Top die Wette gilt!

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