Verfasst von: turboluke | 1. Februar 2010

Ausblick auf Woche 5: Dead cat bounce vorraus!

So wäre der Titel gewesen, den ich gestern habe schreiben wollen. Leider kam es aus verschiedenen Gründen nicht dazu, deshalb hole ich das Wichtigste heute nach. Hier die Einleitung von gestern:

Die am vergangenen Sonntag angekündigte Erholung für diese Woche setzte nicht ein. Im Wochenvergleich verloren die Indizes weitere 1-1,5% Das ist für den Wochenvergleich grundsätzlich wenig für den mittelfristigen Ausblick aber kann dies ein wichtiges Zeichen eines mittelfristigen Trendwechsels werden. Wie bereits angekündigt will ich die nun folgenden Erholungen für neue short-Positionen nutzen. Der unerwartete Verfall diese Woche bekräftigt mich hierbei, denn er zeigt, dass die Bullenseite nur noch sehr, sehr schwach aufgestellt ist. Wer aber jetzt den short-Einstig wählt, ist wahrlich schlecht beraten, denn Down-Potential herrscht aus meiner Sicht kurzfristig nicht mehr. Hierzu 2 Charts:

Vielleicht war der ein oder andere am vergangenen Freitag überrascht, dass die Indizes abverkauften obwohl äußerst gute (und wichtige!) Zahlen gemeldet wurden – ich habe sie noch nicht hinterfragt aber hier einamal die Rohdaten:

  • US-BIP +5,7% (!!!)
  • Der Chicago Einkaufsmanagerindex bei 61,5 (erwartet waren ~55-57),
  • Konsumentenvertrauen auf 2-Jahreshoch

Und das Ergebnis? >1% Indexverluste. Wer heute noch glaubt, mit Trading von Fundamentaldaten Geld verdienen zu können, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Was die Börsen heute bewegt sind Kredite – CarryTrades. Hier ein „Augenöffner“:

Es kann sehr sehr hilfreich sein den Blick auf die Währungen zu richten wenn man zukünftig Marktverläufe richtig prognostizieren will. Die Kauf und Verkaufsaktivitäten hier verraten ob sich große Institutionen mit Geld eindecken um zu spekulieren oder eben ob das geliehene Geld wieder zurückbezahlt wird. Man schaue sich mal die Volumenkerzen ab Mitte Januar 2010 an…

Wie auch immer, meine Strategie ist seit letzter Woche bekannt. Den heutigen Tag nutze ich noch um meine Long-Position auszubauen. Das Ziel dieser Bewegung kann durchaus die Bereiche von 1115-20 Punkten im SPX erreichen – muss aber nicht. Ab 1100 Punkten bietet sich aus meiner Sicht Raum für Short-Positionen.

Eine ruschfreie Woche im Schnee wünscht!

TL

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Responses

  1. hallo luke
    „Die Kauf und Verkaufsaktivitäten hier verraten ob sich große Institutionen mit Geld eindecken um zu spekulieren oder eben ob das geliehene Geld wieder zurückbezahlt wird“
    ehrlich gesagt, der chartvergleich mit dem ishares ftse xinhua china 25 index fund iriitiert mich etwas!?
    klar schauen alle nach china, aber ob dieser fund
    das richtige vehicel ist um die carrys zu identifizieren!? wer den funds kauf, investiert ja sofort in china aktien! diese sind alle an der HK Stock Ex gelistet, und der HK Dollar ist an den USD gekoppelt! richtig ist aber, das uns chinas indices seit ca. 18 monaten um ca. sechs mo. voraus laufen! schöne grüsse und good trades
    wolfgang

  2. Hallo Turboluke,

    als Laie besitze ich nur Halbwissen und daher bemühe ich mich Deine Vorgehensweisen hier nachzuvollziehen. Da fehlt mir für diese Woche das Wissen.

    Meine Erkenntnis für den Markt ist, das:

    1. fundamentale Zahlen der Wirtschaft ausgeblendet werden, weil real stelle ich keinen Auftragsschub bei der Industrie fest. Alle Zahlen kommen vom 4.Q.2009 – Aussichten 2010 Spekulation

    2. Aktien werden derzeit gekauft, weil es offensichtlich das Beste Invest, gegenüber der Zinsfront ist.

    3. Im Indexbereich 6000 – 6100 im Dez und Anfang Januar konnte ich mich dem Eindruck nicht entwehren, dass „Buchwerte“ geschönt wurden und starke Hände die Bestände verkauften, da seit März der Markt schöne Gewinne abwarf.

    4. Die, die in den Markt noch wollten, wurden wohl „abgekocht“ und treiben die Indizes derzeit voran. – Bis die Ernüchterung eintritt oder andere Dumme drin sind? –

    5. Charttechnisch gibt es im S&P das 1125 – 1150 Gap nach oben und im Dax das Gap um ca. 5.300 rum. Gerade das sehen doch alle – oder? – Fazit:In dem seiten Wasser wollen alle Haie jagen 🙂

    Meine Einschätzung ist damit dargelegt.

    Luke, vielleicht kannst Du es deutlicher machen, wie sich die Carrytrades auf den Markt auswirken.

    Mein Wissen über die Börse, die immer sehr spannend ist, wird über diesen Blog bestens erweitert. Danke.
    Dir für diese Woche einen guten Erfolg und eine gute Analyse. Was war jetzt mit dem Depotumbau?

    Heiko

  3. Danke für Eure Rückmeldung. Hier der Versuch darauf einzugehen:

    @Wolfgang. Dein Argument muss ich gelten lassen. Besser wäre der Chart des Dollar gewesen. In welche Währung sich die Big-Boys gerade vollsaugen oder wieder eindecken – und so war der Chart hier gemeint – ist eher zweitrangig, wichtig ist nur herauszufinden wann die großen Jungs, die die Märkte bewegen sich Kohle besorgen und wann wieder zurückzahlen.

    @Heiko
    zu 1.: Ich will es mit dem Hund/Herrchen-Vergleich beschreiben, den der alte Kostolany auch gerne verwendet hatte. Fundamentale Umstände sind das Herrchen. Sie bestimmen die Richtung der Wanderung, der Hund aber läuft rechts und links daneben, überholt, fällt wieder zurück, bleibt aber an der Leine. Der Hund sind die Aktienmärkte, oder genauer die großen Institutionen, die ganze Indizes bewegen können. Sie sind der Hund, der grob in die selbe Richtung läuft aber nur selten das tut was das Herrchen will

    2: Zustimmung. Allerdings drehen die Anleihemärkte in einen großen Bärenmodus, die Renditen gehen langsam aber sicher rauf.

    3. Wieder Zustimmung. Im November-Dezember, während der Seitwärtsbewegung sahen wir „futures-gepushte“ Verläufe mit vielen Gaps. In diesem Bereich haben meiner Meinung nach die Institutionen Ihre Bestände abgestoßen. Die Aufwärtsbewegung seit Mitte Dezember war von sehr schwachem Volumen geprägt. Eine „sucker rallye“ ohne die großen Jungs. Es war eine Frage der Zeit, bis die Kleinspekulanten in die Schranken verwiesen wurden. Dazu werd ich wohl noch was schreiben müssen, weil dieser Umstand in der Nachbetrachtung sehr offensichtlich ist.
    5. Schwierig. Man muss die Bewegung als Ganzes betrachten, insbesondere die interene Struktur. Wenn es sich hier um eine eher steile, 5-teilige Bewegung handelt, können die Bullen wieder Oberwasser gewinnen, ist sie eher flach und 3-Teilig, haben Bären gute Chancen. Ich gebe der Bärenseite bessere Chancen, bin aber auch froh wenn es steigt weil ich long bin. In anderen Worten: ist mir völlig schnuppe wohin die Reise geht. Hauptsache die Schritte sind groß 😉

    Danke für die Diskussion. Gerne mehr!

  4. Danke Luke,

    für Deine, für mich kompetente Antwort. Ich hatte mich vom short schon metal verabschiedet, doch dann fiel der Markt und der „Schuldige“ war schnell gefunden.
    Gerade, wo die Stimmung wieder am tiefsten lag, hatte ich schon long eingeleitet.
    Irre, diese impulsiven Ausschläge von einer Richtung zur anderen, das macht die Börse so spannend und doch immer schwieriger. Dann wollen wir gemeinsam sehen, wie weit die Märkte jetzt getrieben werden. 😉 Mal sehen, wie viele aus dem neutralen Sentiment jetzt „angefixt“ heraus trauen 🙂

    Super wäre, wenn Du zu Verfallsterminen und deren Marktbeeinflussung einen Artikel verfasst.

    So long 🙂
    Heiko

  5. Sieht heute (15:40) schon irgentwie müde aus – Gegenbewegung schon beendet ?

  6. Hi Ivan. Ich glaube, das war der erste Schub. Im SPX dürfte nach der Wellenstrukutur noch Platz bis 1125 sein – falls die Bewegung seit Low das „A“ war. Das B darf max. 1085 runter kommen. Falls es mehr wird, fliegen meine Scheine.
    Weil du den DAX handelst: Korrektur darf nun bis max. 5620 laufen. Ein Unterschreiten ist sehr kritisch. Ziel der Aufwärtsbewegung ist noch intakt: 5840

  7. Und nun ? – Sieht ja doch so aus, als wenn die Gegenbewegung ihr Ende gefunden hat.

  8. Griechenland sowie Portugal und Spanien müssen wieder mal als Grund hinhalten. Für mich ist die Rückabwicklung der Carrytrades der wahre Grund. Der EURO fällt ja geradezu ins Bodenlose.

  9. gutes Näschen, Ivan. Meine longs wurden geschmissen. shorts sind in, gleich mehr im Depot


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