Verfasst von: turboluke | 21. September 2009

Ein Paar Worte zu Silber

und Gold sind derzeit angebracht, da wir markt- und charttechnisch vor wichtigen Entscheidungspunken stehen. Doch eins nach dem anderen.

Bei Silber, finde ich, gibt es deutlich(st)e Anzeichen, dass die Phase der Stärke beendet worden ist:

slv

Der Chart zeigt den 2-Jahresverlauf und deckt doch so einiges auf: Zum einen sollte dem RSI14 Beachtung geschenkt werden, denn bisher waren alle mittel- und kurzfristigen Tops auch im RSI14 angezeigt worden und konnten schon allein mit Hilfe diesen einfachen Indikators enttarnt werden. Zum anderen ist die Korrekturbewegung nun am oberen Trendkanal angekommen und reif für die Wende, was auch der MACD bestätigt. Des weiteren haben wir ein Preisniveau erreicht, das im Jahre 2008 lange Zeit eine Unterstützungszone darstellte und heute nun nach klassischer Charttechnik nun ein Widerstandsbereich geworden ist. Auch nach Elliott-Waves lässt sich die Formation klar zählen, wobei das letzte C innerlich auch nochmals ein abc-Format besitzt. Die Formation ist zwar leicht über ihr erlaubtes 61,8% Retracement hinaus geschossen, bildet aber insgesamt noch eine Bärenflagge (dargestellt als Trendkanal).

Zudem ist das Kursziel der Welle A (Spanne von 6 US$) nun mit knapp über 17$ nahezu perfekt erreicht worden (B beginnt bei 11.64$). Welle C besitzt heute nahezu die selbe Länge wie Welle A. Was ein Zufall mag der Laie denken… Für mich genügend Gründe um short zu gehen.

Kommen wir zu Gold. Auch hier sieht die Lage nicht so rosig aus wie es uns die Boulevardpresse weiss machen möchte:

gld

Der klassische RSI(14) hat anscheinend auch hier deutliche Signalwirkung wie die rot eingekreisten Flächen verdeutlichen. Jedes der bisherigen Hochs entstand als der RSI in die überkaufte Lage von knapp 70 kam. Der Goldpreis hat an diesen Stellen stets schlagartig die Kehrtwende gemacht und scheinbar auch diesmal. Zudem wäre eigentlich beim Überspringen der psychologisch wichtigen 1.000 $ Region zu erwarten gewesen, dass die Bullenfraktion nun komplett das Ruder an sich reißt. Davon kann bisher keine Rede sein. Der Goldpreis dümpelt in diesem Bereich und kurzfirstige Indikatoren zeigen nun erste leichte Schwächeerscheinungen.

Im MACD macht sich ein verengendes Dreieck bemerkbar. Das verdeutlicht mir nur eins: Da ist richtig Druck im Kessel. Wird das unten dargestellte Dreieck verlassen, kommt die Lok in Fahrt. Wir können uns auf einen schnellen und hefitigen Move einstellen. In welche Richtung der Ausbruch kommen wird, lässt sich heute allerdings noch nicht ganz genau sagen, ich tendiere allerdings aufgrund der oben dargestellten Indikatorenlage eher zum short. Wesentlicher Grund dafür ist, dass ich den Dollar für die kommenden 6-12 Monate als bullish einstufe, davon habe ich bereits berichtet. Ein steigender Dollar dürfte den Goldpreis drücken, denn  i.d.R. verhalten sich diese beiden Parre antipropotional.

Ein Paar Worte zum Aktienmarkt

und auch wirklich nur ein Paar, da ich derzeit im Urlaub verweile und nur die wichtigsten Dinge verfolgen kann. Zudem ist die Internetverbindung hier sehr langsam und instabil und ich muss hoffen, dass dieser Beitrag überhaupt hochgeladen wird… 

Der treue Leser Ivan wieß mich bereits darauf hin, dass er das Gefühl hätte, am Donnerstag könnten wir ein Top gesehen haben. Ich halte es für möglich, aber gebe dem Szenario nur eine 60:40 Chance, da der Anstieg der vergangenen 2 Wochen eher nach einer abgeschlossenen Welle 3 aussieht. Wir wären demnach derzeit in einer Korrekturwelle 4 und erwarten einen final-thrust-up zu einem letzten neuen high. Ob es so ist? Keine Ahnung. Wirklich. Wir benötigen einen Impuls abwärts um dieses Szenario endgültig löschen zu können. Die bisherigen Bewegungen der vergangenen 3 Tage sahen eher korrektiv aus, vielleicht gibt es bald schon deutlichere Anzeichen.

Ich bin jedenfalls auch bearish (sollte nicht neu sein) und habe ich am Mittwoch eine halbe Position SDS (3x short SPX) eröffnet, die sich im Plus befindet und bei der ich bereits den Stop nachziehen konnte. Grund für den Einstieg der short-Position war der exponentielle Anstieg (=Kapitualtion der Bären) intraday letzten Mittwoch. Und heute bekomme ich von einem weiteren wichtigen Indikator mitgeteilt, dass die Partymusik ins Stocken gerät. Der MACD auf $NYHGH liefert ein Sell. Die Anzahl der neuen Hochs bricht massiv ein. Die Indizes scheinen nur noch von den großen Schiffen stabil gehalten zu werden…

nyhgh

In diesem Sinne! Wachsam bleiben! Morgen steht bei mir ein Segel-Turn an und am Abend melde ich mich wieder mit dem PTR, der allmählich nachgibt…

TL

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Responses

  1. Never forget to stop by the lounge to tell us about your new posts and charts! Stop by and shamelessly put your links and charts there. We call it sharing. It’s good analysis. Just remember to link the English translation address. Most of us don’t speak German. Take care my friend! – GoodVibe

  2. Deine Argumente bzgl. Silber, Gold, Dolllar usw. sind in sich ja in sich korrekt, mometan wird aber eine Unmenge an liquiden Mitteln in die Märkte gepumpt. Es wird wohl niemand entgültig sagen können, wann dieses Spiel sein Ende finden wird.

    Auch die Charttechnik ist gegen das Spiel von FED und Co. ziemlich machtlos.

  3. Thx, GV. I will visit the comunity the next weekend when I’m home again. Sorry for that. My girl will kick my ass if spend too much time on stocks in our vacation. Unfortunally she’s (always) right 😉

  4. Ja absolut richtig, Ivan. Die short Seite ist derzeit ganz klar die wesentlich gefährlichere und unlukrativere. Es geht darum da zu sein wenn die Märkte drehen. Mir fehlt aber derzeit eine Nachricht, die diese bullishe Stimmung ins Kippen geraten lässt. Erst dann wird das Geld wieder abgezogen.
    Eine Korrektur, wenn Sie denn kommt, wird zum heutigen Stand von Dip-Buyern genutzt werden. Ich glaube deshalb nicht mehr , dass wir in den kommenden Monaten neue Tiefstände zu sehen bekommen.

  5. Die ersehnte Nachricht könnte von der FED kommen :

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/heikle-zeiten-fuer-die-fed;2459842

    Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Bernanke etwas gegen die Inflation machen muß. Es werden die Zinsen erhöht werden, billiges Geld ade. Außerdem wird die FED im Oktober das Aufkaufen von Anleihen einstellen.

    Dann ist der Stecker aus der Jukebox entgültig gezogen….

  6. Hallo Luke,
    Wie immer ein sehr gut analysiert von mir für die sehr gute charttechnische Analyse von Au & Ag. Ich stimme Dir in den Schlußfolgerungen aber nicht überein, da Du die fundamentale Seite völlig außer acht läßt. Erinnere Dich an meine letzte mail zum Aktienmarkt, ich schrieb dort: Vorsicht Bernanke erstickt die Märkte mit seinem billionenfachen Fiatmoney…die Bären werden in der Geldflut ertrinken.
    ich habe mittlerweile meine Shorts geschmissen, auch unter der Maßgabe, daß die Fed heute den Zins nicht verändert hat. €/$ ist daraufhin durch die Decke gegangen über 1,48 $, sodaß mit einer neuen Carrytraderunde in $ gerechnet werden muß und der $ im Umkehrschluß ins Bodenlose fällt. Wehe dann den EM -Bären, wenn der Deckel der großen Shorts wegfliegt, da hilft dann auch kein Stop loss over night.
    Ich würde daher, auch wenn die Charttechnik dafür spricht, momentan die EM`s niemals shorten.
    MfG
    Anonym 07

  7. Hi Anonym07!
    Schau mal auf den USD-Index:
    http://stockcharts.com/c-sc/sc?s=$USD&p=D&yr=1&mn=0&dy=0&i=t57357120896&r=8556

    Wenn man den Dollar Chart aus der Ferne betrachtet sieht er nicht besonders schwach aus, zumindest lässt das Momentum nach. Es gab heute eine grüne Kerze.
    Und wenn man den Kehrwert nimmt würdest du hier long gehen?

    http://stockcharts.com/c-sc/sc?s=$one:$USD&p=D&yr=1&mn=0&dy=0&i=t57357120896&r=8556

  8. Hi Luke,
    Von der Charttechnik her bin ich voll Deiner Meinung, d.h. ich würde den Dollar nicht shorten, aber ich würde auch die EM`s nicht shorten wollen, da in diesem Markt auch noch spezielle Regeln gelten. Der EM Markt ist bis über alle Ohren manipuliert…siehe Theodor Butler, verweise auf Goldseiten.de
    Wenn China jetzt Druck macht, dann fliegt gerade beim Silber der Deckel weg und Deine Shortpositionen mit.
    Ich hoffe ich komme mit meiner Meinung nicht zu aggressiv rüber, ist so nicht gemeint.
    Will nur auf die Gefahren aufmerksam machen.
    Das viele billige Geld macht uns momentan bei der Charttechnik einen Strich durch die Rechnung.
    Siehe auch Jochen Steffens Artikel zur Fed von gestern. Die Fed hat ihr wahres Gesicht noch nicht gezeigt, und deshalb ist ein Kippen des ganzen Systems in eine Hyperinflation möglich. Ich glaube nicht daran, daß Bernanke den richtigen Zeitpunkt für die Rückführung der überschüssigen Liquidität erwischt. Er wird die Schulden inflationieren und die EM`s gehen durch die Decke.
    Ich kann mich auch irren, aber die Chancen stehen mindestens 60:40, daß eine vernichtende Inflation kommt.
    Wir befinden uns momentan in einem Dilemma, die Charttechnik auf der einen Seite, versus Fundamentals auf der anderen Seite. Die Zeit wird uns zeigen wohin die Reise geht.
    Viel Glück für Deine Shorts wünsch ich Dir


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