Verfasst von: turboluke | 17. August 2009

Ausblick auf KW34

Nachdem ich gestern einen super Tag im Wasser verbringen konnte und wirklich keine Lust auf Börse hatte, hier der Ausblick auf die bereits begonnene Woche 34. Um es kurz zu machen: Das Sentiment ist in einer unglaublich bullishen Verfassung. Die Häufigkeit von raschen und heftigen Down-Bewegungen nimmt zu. Das war in der vergangenen Woche gut zu beobachten. Den Bullen gehen die Kräfte aus, sie sind aber noch in großer Zahl vorhanden wenn gleich der Wechsel vom Bullen- in den Bärenmodus von stündlich kommen kann. Und wieder wird er alle überraschen

Besonders hevorheben muss man den vergangenen Freitag, als die Bärenfraktion nach über 5 Stunden an der wichtigen Unterstützung bei 996 verharrte und keine weiteren Tiefs generieren konnte. Die ersten Handelstage in dieser Woche werden es nun zeigen. Fällt die Unterstützung bei 992 Punkten wird es brenzlich aus Bullensicht. Dann nämlich wird die Pitch-Fork im Bild unten bestätigt und die verheißt nichts Gutes. In diesem Fall gibt es erst bei 956 Punkten eine erste Unterstützung.

spx_fork_down

Quelle: forexpf.ru

Den short im Depot würde es zumindest freuen. Alternativ muss man jedoch auch diese, allgemein als bullish bewertete Formation beachten.

spx_triangle

Quelle: forexpf.ru

In der Literatur ist sie bekannt als „ascending Triangle“, ein aufsteigendes, sich verengendes Dreieck. Ein Ausburch aus der oberen oder unteren Linie ergibt ein Kursbewegungspotential von 35 Punkten. Der Ausbruch nach unten also hätte z.B. ein Kursziel von 994-35 = 959 Punkten. Das ist durchaus handelswert. Auch bei dem super Wetter draußen… 😉

Auch im Weekly gibt es sehr ernst zu nehmende Warnsignale was die Aktienmärkte angeht. So gibt die Stochastik ein bestätigtes Sell-Signal sowohl in der kurz- als auch langfristigen Einstellung. Auch der Abprall am oberen Bollinger-Band zeichnet sich ab. Es sieht so aus als wolle der „Hund wieder zurück zum Herrchen“ eilen – wie es Kostolany formulieren würde. In diesem Fall wäre das erste Ziel das mittlere Bollinger-Band bei ca. 920 Punkten aus Sicht von einigen Wochen.

bollinger

Quelle: stockcharts.com

Ebenfalls erst zu nehmen sind die Kommentare eines Robert Prechter, der aufgrund von Elliott-Wave Betrachtungen das Ende dieser Bear-Market Rallye verkündet. Prechter gilt als DER Elliott-Gott – nicht zu unrecht, denn Ende Februar 09 rief er dazu auf shorts einzudecken. 2007 warnte er vor einem großen Ende der Aktienhausse. Ich teile seine derzeitigen Ansichten, vor allem weil sich diese Korrektur als e-wave insgesamt 5-Teilig abgeschlossen zählen lässt. Wenn sich dies bestätigt steht uns der große Crash in den kommenden 4-12 Monaten bevor. Auch wenn es immer einen reißerischen Unterton hat von einem Crash zu reden, halte ich diese Möglichkeit für durchaus denkbar, gerade bei der positiven Grundstimmung derzeit an den Aktienmärkten. Was hat sich denn groß geändert im Vergleich zum März als jeder vom Ende des Kaptitalismus sprach, sogar von Währungsreform und Goldstandard? Davon ist heute nichts mehr zu hören. Das Ende der Rezession wird groß verkündet und die Boulevardblätter blasen zum Aktieneinstieg…

Eines steht fest: Es ist ein enormes Risiko im Markt, denn das „Dumb-Money“ wurde aquiriert. Und so werden wieder massig Leute auf dem falschen Fuß erwischt sobald die Kurse wieder etwas nachgeben. Die Leute glauben an das was die Mainstream-Presse verkündet, sie begründen ihre Einsichten mit seit 5-Monaten steigenden Aktienkursen. Ich mahne nochmals zur größten Vorsicht: Dass Aktienindizes über einem 200 Tage-Schnitt stehen ist nichts weiter als eine statistische Randerscheinung. Dies Randerscheinung hat 0 – in Worten: NULL Aussagekraft auf den weiteren Verlauf der Indizes. Man muss in der Lage sein bewerten zu können ob sich die Kurse in einer Korrektur oder einer Bewegung befinden. Der Ansteig seit März ist definitiv eine Korrektur, wenn auch eine heftige. Die Korrektur wird deshalb so oft missverstanden, weil der Crash vom vergangenen Jahr einen großen Preisverfall mit sich brachte, immerhin 60% innerhalb eines Jahres! Das war die Hauptbewegung. Die derzeitige Korrekturbewegung liegt mustergültig im Bereich von 3/8 bis 5/8 der großen Bewegung. Bei Abschluss der Korrektur nehmen die Indizes wieder die Richtung der Hauptbewegung auf, soviel ist gewiss.

Es heißt deshalb wachsam bleiben und hinterfragen! Die nächste große Bewegung ist abwärtsgerichtet. Darauf sollte man sich vorbereiten.

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Responses

  1. Schön mit dem Musterdepot,lerne ich mal wenigstens wie das Geld ordentlich verwaltet wird.
    Leider war ich schon Anfang Mai short,KOs ausgeknockt,OS leben noch.Man kanns nicht oft genug sich reinhämmern.SL,SL und nochmal SL
    Danke für deine Seite

  2. Danke für Deinen Kommentar. Es gibt Abhilfe: Wenn es ein Buch gibt, welches auf eine besonders tiefgehende Art und Weise auf die Problematik von Money- und Risikomanagement eingeht, dann ist es das Buch von Van Tharp: Clever Traden mit System 2.0

    Ich kann es wärmstens empfehlen, denn darin befinden sich mehr als ein Paar dumme Formeln. Van Tharp geht auf die Psyche des Traders ein und das ist entscheidend. Du hast evtl. das selbe Problem, mit dem ich lange zu kämpfen hatte: Zu viel in zu kurzer Zeit wollen. Waren Buffett sagte mal: „You can’t produce a baby in one month by getting nine women pregnant“ Recht hat er! „Der Ungeduldige fährt sein Heu nass ein“ (Wilhelm Busch)


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