Verfasst von: turboluke | 19. Juli 2009

Ausblick auf KW30

Die Antwort der Bullen in KW29 war sehr beeindruckend. Ich hatte auf die Gefahr eines Comebacks im Ausblick vergangene Woche hingewiesen. Dass der Preisanstieg derart extrem wird, daran haben wohl die wenigsten geglaubt. Mich eingeschlossen. Lediglich 913 Punkte waren mein Ziel und so konnte ich nur wenig vom Bullenritt profitieren.

Innerhalb einer Woche sprangen die Indizies im Daily von der überverkauften in die überkaufte Lage. Das habe ich noch nie erlebt – und das obwohl ich mich nicht erst seit gestern mit der technischen Analyse befasse. Die Anziehungskraft der Gaps macht es möglich. Und auch dieser Anstieg hat eine klaffende Lücke hinterlassen. Im S&P500 liegt sie im Bereich von 906 bis 915 Punkten. Sollte, wie ich derzeit vermute, das Top bei 943 vom vergangenen Donnerstag liegen, dann ist der erwähnte Bereich von 906-15 genau der 38%-50% Fibonacci-Korrekturbereich, dazu gleich mehr.

Ich hatte vergangene Woche darauf hingewiesen, dass ich bei Überschreiten der 913 gezwungen sein werde die Zählung neu zu bewerten. Überraschender Weise muss ich es nicht, denn der derzeitige Anstieg kann als Abschluss einer C (extended flat, rot dargestellt) interpretiert werden. Die Zählung sieht dann wie folgt aus:

e-count

Es sind zwei Alternativzählungen eingezeichnet. Die Grüne, die derzeit wohl von den meisten gesehen wird, ist aus Elliott-Sicht untypisch, denn das C müsste eigentlich gleich lang sein wie das a. Daher spricht aus meiner Sicht mehr für die rote Zählung (nur grob eingezeichnet). Es ist eine verschachtelte abc(W) abc(X). Sie wäre nun abgeschlossen und eine 3 abwärts folgt.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass das Gap geschlossen wird, was aber nicht heißen muss, dass gleich am Montag eine Talfahrt startet. Das kann natürlich niemand sagen. Für Long ist es jetzt aber zu gefährlich, deshalb sollte man eher warten, bis die Kurse am Gap angekommen sind. Falls die Indizes ab diesem Bereich dann  nach oben drehen, ist es Zeit long zu gehen in Richtung 1040 im SPX. Daran glauben derzeit die meisten. Genau wie vor 1-2 Wochen als jeder an die große SKS geglaubt hatte. Und es ist wie immer: Das was alle sehen wird niemals eintreten. Die Bären sind in der vergangenen Woche alle kahl rasiert worden. Und selbst die bärigsten aller Bären geben nun bullishe Kommentare von sich, wie z.B. Dr.Doom persönlich, N.Roubini (auch wenn er diese nun bestreitet). Es kann kein besseres Zeichen für shorts geben!

indu_equivolume

Ein Blick auf den oberen Charts mit der am Montag versprochenen Volumensanalyse. Was man sehen kann: Im März stiegen die Kurse mit dicken Balken. Das bedetuet, dass hinter dem Anstieg eine Menge Akteure standen, die daran glaubten. Der Anstieg der vergangenen Woche zeigt aber nur dünne Balken und findet immer noch nur im Preisbereich statt, es steckt weiterhin kein Glauben dahinter. Zwar gab es am Mittwoch einen leichten Volumenanstieg, der Donnerstag und Freitag aber trotz steigender Kurse jeweils abnahm. Das ist alles andere als bullish. Auch kann der obere Chart den Unterschied zwischen einem „echten“ und einem Fake-Anstieg herausheben. Der derzeitige Anstieg ist mit dem Im Januar vergleichbar, oder auch im Mai vergangen Jahres (nicht zu sehen). Ein Blick auf den Ausbruch im März zeigt wie dick die Kerzen eigentlich sein müssten um nachhaltig steignde Kurse erwarten zu dürfen. Und das dürfen wir meiner Meinung nach nicht. Wir sind in einer Topbildungsformation. Ich sage nicht, dass es nicht weiter steigen wird, ich sage nur, dass wir ein immer stärker werdendes Risiko eines Abrutschens bekommen.

Und weil die ganze Welt nun bullish ist gehe ich short. Ich sehe ein hervorragendes CRV, auch mittelfristig. Sollte der SPX die 1040 Punkte tatsächlich erreichen wären das ein Plus von 11%. Dagegen stehen Chancen auf neue Tiefs im Bereich von 600, was einen Gewinn von 30% und mehr bedeutet (zugegeben, sehr oberflächlich betrachtet). Selbst kurzfristig kann noch das Top bei 956 erreicht werden (+16 Punkte) während ein Gap-Close +33 Punkte bedeuten. Da ist die Entscheidung für shorts sehr eindeutig.

Übrigens: Im Zeitfenster gibt es seit dem Low nun in der kommenden Woche einen Zyklus-Widerstand am 135ten Tag seit low. (dazu demnächst ausführlicher). FALLS nächste Woche ein Abstieg beginnt haben wir ein perfektes Crash-Muster, genau wie im berühmten Jahr 1987. Daran mag ich heute aber wirklich nicht glauben – auch weil ich das Gefühl habe derzeit vielleicht zu bearish zu denken… Schauen wir mal wie sich die kommende Woche nun entwickelt. Auch wenn ich als Bär nun fast alleine da stehe bleibt es für mich beim Down-Szenario.

Hier also der Fahrplan: Das GAP vom letzten Monat ist exakt zugemacht worden. 943 könnten ein Top sein. Es bildet sich kurzfristig ein Keil, der aber nochmal bis 950 aufgelöst werden kann. Spätestens von dort aus geht es in dieser Woche abwärts in Richtung offenes Gap. Erst dann kann eine weitere Bewertung durchgeführt werden

Ausblick_SPX

Einen schönen Sonntag noch!

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Responses

  1. Wir hatte ein sehr sehr ähnliches Szenario vor 7 Jahren.
    Letztes Quartal 2001 gings nach oben, ähnlich wie jetzt im März, dann kam eine kleine Konsolidierung nach unten, mitte erstes quartal 02, dann ein rapider anstieg.. 8 oder mehr tage in folge weisse balken, genauso wie jetzt

    und dann kams…

    wenn man sich mal die charts anschaut. die sind zum verwechseln ähnlich.
    Ich habe auch meine Shorts angezogen. Uns beiden viel Glück 🙂

  2. Ich rede überigens über den Dax. Vergaß ich zu erwähnen.

  3. Jepp, Toni. Auch 2008 gab es die Vakuum Anstiege. Der Grund ist immer der selbe: Zu viele Bären! Werden sie auf dem falschen Fuß erwischt kommt es zu einem squeeze, der sich gewaschen hat. Ich werd demnächst mal was zum 1987er Szenario schreiben


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