Verfasst von: turboluke | 22. Juni 2009

Die Märkte fallen

und Bären tanzen auf den Tischen. Als unerfahrener Anfänger habe ich früher ebenso Freudentänze abgehalten wenn ich richtig lag und große Buchgewinne verzeichnen konnte. Das hat sich im Laufe meiner Entwicklung als Trader grundlegend geändert. Während der Anfänger in solchen Augenblicken vom großen Geld träumt und anfängt es innerlich schon auszugeben, fängt beim Profi gerade jetzt die harte Arbeit an.
Der schwierigste Teil beim Trading ist meiner Meinung nach nicht der richtige Einstieg, sondern das Positionsmanagement während des Trades und der richtige Ausstieg. Der Ausstieg bestimmt Ihren Profit. Wie oft haben Sie sich schwarz geärgert als eine Position, die satt grün war, plötzlich rot wurde? Haben Sie sich geärgert? Haben Sie hinterfragt ob Sie alles richtig gemacht haben und nach Fehlern gesucht? Das sollten Sie tun. Ich analysiere JEDEN meiner Trades. Jeder Kauf, jeder Verkauf wird dokumentiert und nach Fehlern analysiert. Das ist zwar harte Arbeit und kann schmerzlich sein aber meiner Ansicht nach ist nur so ist ein langfristig nachhaltiges Lernen möglich. Fehler sind erlaubt. Einen alten Fehler zu wiederholen dagegen nicht!

Was ist nun zu tun?

Der Profi weiss: Nach einem Impuls (=starke Bewegung) folgt eine Korrektur. Der Gegner ist nicht verscheucht sondern kommt wieder. Also sucht sich der Profi einen hoch gelgenen Ort, von dem er die Lage gut beobachten kann, versteckt sich und und beobachtet. Er muss die Gegner -Bullen in unserem Fall- genaustens studieren. Wie sind die Reaktionen an wichtigen Unterstützungen? Wo könnten überhaupt Unterstützungen liegen? Kommen vermehrt Käufer aufs Parkett? Wie ist das Volumen? Kurz zusammengefasst: Wann ändert sich wieder das Angebots- und Nachfrageverhältnis?
Der gute Trader hat für möglichst jede Reaktion des Marktes einen Plan. Er hat klare Bewertungskriterien und weiss wann das Risiko zu minimieren ist, er weiss wann er sein Risiko durch weiteren Zukauf erhöhen soll und er weiss vor allem wie viel er zu- oder verkauft.
Haben Sie einen Plan beim Trading? Nein? Dann sollten Sie das ändern. Der Plan ist allerdings nur die Hälfte des Spiels, wenngleich die wichtigere Hälfte. Die andere Hälfte ist Disziplin, dazu möchte ich in einem anderen Beitrag etwas erzählen.

Mein Plan

Ich habe eine Grundidee und möchte sie vorstellen: Der NASDAQ Composite hat im Zuge der letzten Aufwärtskorrektur (Welle C) insgesamt 4 offene Gaps hinterlassen. Untersuchungen belegen, dass weit über 90% aller Gaps geschlossen werden und ich spekuliere darauf, dass sich der Markt auf den Weg macht diese Gaps zu schließen. Das erste davon wurde bereits heute geschlossen, s.u.

compq

Natürlich gibt es hierbei keinen kausalen Zusammenhang. Man kann sich nicht hinstellen und behaupten: Der Markt MUSS fallen weil er Gaps schließen will. Das wäre Blödsinn! Viel richtiger ist die Suche nach einem stimmigen Gesamtbild. Was spricht für meine Meinung, was dagegen? Offensichtlich waren die Ideen am Start des Trades nicht schlecht (dazu hier einfach die alten Postings zurückverfolgen). Ich habe nun die Aufgabe diese Ideen und Tatsachen auf Veränderung zu prüfen. Derzeit ist weiter alles intakt was die Abwärtsrichtung betrifft. Wir sahen heute einen Großteil der größten Welle 3 und wissen, dass eine steile Bewegung einen bis vier Korrekturtage als Folge hat. Diese müssen als nächstes auf ihre Stärke hin untersucht werden um Prognosen für den weiteren Verlauf stellen zu können. Dazu werde ich in den kommenden Tagen berichten.

Fakt ist wie immer eins: Diese Aufwärtsbewegung hat wieder einigen Akteuren eine blutige Nase gebracht. Auf einer gängigen Bullenseite las ich gestern folgenden Kommentar:

„… habe – auch wenn es unvernünftig aussieht – sehr große Positionen bei Manz und Roth und Rau eröffnet. [Kommentar: Manz heute -8,24% (!!), R&R -1,4%]
Da ich das Geld nicht brauche, hoffe ich auf ein fröhliches Erwachen in 12 Monaten….wenn die Positionen allerdings unter -15% gehen, werde ich mit Verlust verkaufen.“

Zwei Wörter verraten mir gleich, dass sich der Kleinanleger von Anfang an auf der Verliererstraße befindet. Er hofft und nimmt sich was vor. Kein guter Trader beginnt einen Handel mit einer Hoffnung sondern mit einer Wahrscheinlichkeit und einem berechneten Risiko und weiss wann er aussteigt. Aus seiner Wortwahl „werde verkaufen“ entnehme ich ein Vorhaben aber keinen festen Plan. Der Kleinanleger ist instinktgetrieben (Gier) macht einen weiteren entscheidenden Fehler: Er investiert mit dem Fuß auf dem Gas und dem Blick im Rückspiegel wie es Charles Biderman einmal so wunderbar forumlierte. Da ist der Crash vorprogrammiert.

Einen schönen Abend!

– Alle Charts stammen von stockcharts.com

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Responses

  1. gute tradeidee!

    deine informationen sind mehr als hilfreich und bringen mich weiter.

    den us markt sehe ich ähnlich und warte auf bestätigung, damit ich handeln darf.

    gruss
    eachtradingday


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