Verfasst von: turboluke | 2. Januar 2009

Gedanken zu 2009

Für die vor uns liegenden Tage und Wochen habe auch ich mir einige Gedanken rund um die Märkte dieser Welt gemacht, die ich im folgenden kurz dargestellt auflisten will. Es sind lediglich Annahmen bzw. Überzeugungen, ich werde mein Trading nicht strikt danach richten, da ich nicht wissen ob ich richtig oder falsch liege, dennoch werde ich bereit sein ein leicht höheres Risiko zu gehen, wenn ich erkenne dass sich eine Annahme bestätigt. Zu meinen Ideen:

  1. Das meiste Geld lauert auf der short Seite des Anleihenmarktes, Begründung: In der letzten schweren Rezession / Depression haben sich die Unternehemsanleihen zwichen 1928 und 1932 ca. halbiert. Die derzeitige Rezession wird von den meisten Ökonomen als heftiger eingeschätzt, da die Verschuldung – gemessen am BIP- wesentlich höher ist. Deshalb werde ich Long-Positionen auf den Bund-Futre oder T-Bond nur konservativ behandeln, shorts dagegen handle ich agressiv. Fundamental bedeuten fallende Bond-Kurse einen steigenden Zins und das ist leider genau das, was ein schon stark verschuldetes Land oder Unternehmen nicht braucht. Ich sehe aufgrund dessen weiter Druck und Down-Potential in ALLEN Märkten. Die finanzpolitische Übermacht der Amerikaner schwindet und die Bereitschaft ihre Verschuldungspolitik zu finanzieren lässt derzeit deutlich nach. Eine negative Entwicklung auf den Bondmärkten kann eine Lawine auslösen, die die Fundamente des FinanzSYSTEMS unterwässern kann, die finanzpolitischen Mittel (vor allem Leitzinsen) sind heute nahezu ausgeschöpft. Daher dürfte es schwierig werden mit konventionellen Mitteln zu reagieren.
  2. Wir werden ein Zinstief am „langen Arm“ (30-year Anleihe) sehen, vielleicht haben wir diesen schon im Dezember 2008 gesehen. Fakt ist, die Dividendenrendite der Aktienmärkte ist bereits heute schon höher als die Rendite langläufiger Staatsanleihen (ca 3% Aktien vs 2,2% langlaufende Anleihen). Bondsmärkte haben an Attraktivität verloren. Das Kapital wird in höher verzinste Anlageformen wandern.
  3. Der Dollar dürfte weiterhin fallen, diese These beruht vor allem auf der Annahme fallender Anleihemärkte. Dass der Dollar langfristig (Sicht >2 Jahre) schwach bleibt ist allein aufgrund der negativen Handelsbilanz der USA nicht schwierig zu progonstizieren (Dollars ohne Wertschöpfung!), kurzfristig aber hängt der Verlauf  meiner Ansicht nach von den Kapital Zu- und Abflüssen der Anleihemärkte ab. Das Ziel der „0%-Leitzinspolitik“ ist ohne Zweifel die weltweite Entwertung des US-Dollars und damit der Schulden der USA, die sich innerhalb der letzten Jahrzehnte im Ausland aufgetürmt haben. 
  4. Silber wird Gold outperformen, was nicht heißen soll, dass Gold fällt, im Gegenteil. Ich gehe davon aus, dass sich Gläubiger der USA (vor allem Japan & China) demnächst andere, „härtere“ Anlageforment suchen werden und aus dem US-Dollar flüchten
  5. Buffett’s Berkshire A Aktie verliert weitere 30%, mehr bei mir im Blog: https://turboluke.wordpress.com/2008/11/12/ich-wette-gege…-mann-der-weltich-wette-gegen-den-reichsten-mann-der-welt/
  6. Short auf Konsumaktien, vor allem große Handelsketten, Warenhäuser, Modeunternehmen. Back to basic dürfte das Motto in 2009 sein, steigende Arbeitslosigkeit, steigende Angst, Rückbesinnung aufs Wesentliche dürften die Hauptthemen werden.
  7. Weiter Turbulenzen auf den Devisenmärkten, ich denke dass die Volatilität hier weiter enorm bleiben dürfte. Fundamental stärkste Währungen sollten der Schweizer Franken und die norwegische Krone werden. Der Euro dürfte gegenüber dem YEN weiter verlieren (Ziel < 100). Schwächste Währungen sollten aufgrund fundamentaler Hintergründe (inverste Zinsstruktur, Handelsdefizite, Quelle: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2187rank.html) Demnach sollten Britischer Pfund, Australischer- und der US-Dollar schwach bleiben
  8. Aktienmärkte werden neue Tiefs markieren, evtl. sogar die Tiefs von 2002/3 unterbieten. Vorher aber rechne ich mit einem Touch des MA200 (Durchschnittskurs der vergangenen 200 Tage), vielleicht im April oder Mai. Im S&P 500 bedeutet das den Bereich von 1040-1100 Punkten, für den Dax bis ca. 5400 Punkten. Wir befinden uns nach der Ellitt’schen Wellentheorie in Welle 4, die sich durch ständige Umschwünge und einem Ringen zwischen Bullen und Bären kennzeichnet. Da die Welle 3 nur wenige Monate dauerte, rechne ich also mit einer längeren Welle 4 bevor uns Welle 5 neue Tiefs liefert. Daran können auch 0% Leitzinsen nichts ändern: Es gilt den Konsumenten zu überzeugen – nur hat der Konsument heute weniger Reallöhne und mehr Angst um seinen Arbeitsplatz. Das sind keine Idealbedingungen für weiteres Wachstum.
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