Verfasst von: turboluke | 23. November 2008

Langfristige Analyse zu Gold

In Zeiten wie diesen ist es doch lohnend mal einen Blick auf „REAL MONEY“ (Zitat R.Prechter, elliottwave.com) zu werfen. Gold ist nicht nur ein Rohstoff für Schmuck oder ein Metall für viele industrielle Zwecke (z.B. ist Gold ein sehr guter Leiter in der Elektrotechnik), viel mehr ist es für die meisten Marktteilnehmer eine Art Fluchtwährung. Nicht umsonst sind Zentralbanken verpflichtet Goldreserven zu halten denn falls Papiergeld irgendwann wertlos wird (Hyperinflation), behält Gold allein aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten immer noch einen Wert. Gerade zu Zeiten einer ausufernden Infation wird Gold häufig als letzte Anlagemöglichkeit gesucht. Davon sind wir zwar derzeit noch deutlich entfernt, sollten sich jedoch die deflationären Entwicklungen fortsetzen, ist von einer „Flutung“ mit (Papier-)Geld zu rechnen. Die Inflation würde in Schwung kommen und den oberen Fall wahrscheinlich machen.

Der Markt

Gerade beim Gold muss unterschieden werden zwischen dem Papiermarkt (Goldfuture) und dem physischen Markt (z.B. Barren, Münzen). Obwohl der physische Markt seit Wochen nahezu ausverkauft ist (Quelle: http://www.goldhandel.at/goldpreise/goldpreisoktober2008/index.html) , zeigt sich „Papiergold“ unbeeindruckt und gibt nach. Am Freitag dann ein erster Ausbruch. Dank meines Handelssystems ist dieser bereits am Donnerstag angezeigt worden und so konnte ich den 7% Tagesanstieg voll mitnehmen (Einstiegskurs 747 $).

gold1980_elliot3

Das langfristiges Bild zeigt eine Elliott-Wave Zählung, die jedoch zwei Möglichkeiten zulässt:

  1. Sollte Gold nachhaltig über 800 $ bleiben, ist die Zählung korrekt und es warten Kurse bis zu 1400$ (Welle 3 aufaddiert auf das Ende der Korrekturwelle 4)
  2. Fällt der Goldpreis wieder unter 730 $ ist die Zählung falsch und es muss beim Top in 2008 von einer abgeschlossenen Welle 5 ausgegangen werden. Wir befänden uns in einem Gold-Bärenmarkt. Interessant dabei ist, das Gold am Freitag punktgenau am 20-Monatsdurschnitt abgeprallt ist

Der Aktien-/Goldzyklus

Es hilft wie so oft ein lanfristiger Blick. Wir bedienen uns der Ratio Dow Jones / Gold. In anderen Worten: Diese Charts geben wider, welche Anlageform die Anlager bevorzugten: Aktien oder Gold. (Quelle des ersten Charts: topline-charts.com)

 

dji_gold

und weil der Chart nicht ganz bis heute langt, hier ein Zoom der letzten 20 Jahre. (Danke für den Chart an Hajo!) 😉

_indu-_gold1980w

Es wird deutlich, dass Übertreibungen an den Aktienmärkten immer dann vorliegen, wenn man zweistellige Unzen Gold benötigt um den DowJones zu kaufen (vereinfacht formuliert). Im Bereich von 20-30 liegen Wendepunkte vor. Der 2000er Dot.Com Hype trieb dieses Verhältnis auf einen Rekordwert von 43. Umkehrformationen unten, d.h. Wiedereinstieg in den Aktienmarkt – Verlassen des Goldmarktes, liegen historisch bei Verhältnissen von rund 1 bis 3. Davon sind wir noch ein ganzes Stück – wie es aussieht mehrere Jahre – entfernt, insofern besteht die Chance einer Trendfortführung.

Weiterhin ist zu erkennen, dass sich die Aktienindizes nicht seit Ende 2007 in einem Bärenmarkt befinden, sondern bereits seit 2000, denn die Tops in 2007 sind in Gold gemessen weniger Wert. Wollte man für sein Aktienvermögen (Papier) gegen echte Werte tauschen, so bekam man im Jahre 2000 deutlich mehr Warenwerte als 2007. Es scheint also als handle es sich bei dem Anstieg 2003-2007 um einen liquiditätsgetriebenen Aktienhype, hervorgerufen vor allem durch die Leitzsinspolitik von A.Greenspan.

Ausblick

Wie zuletzt wird die Zukunft des Goldes von folgenden Faktoren abhängen:

  • der Realzinsen
  • US-$
  • Inflation und Liquidität
  • Währungspolitik der Zentralbanken und Staaten

Gerade beim letzten Punkt gibt es interessante (aber unbestätigte) Gerüchte. Demnach möchte China seine Währungsreserven von fast 2 Millarden $ teilweise in Gold diversifizieren. Es bleibt spannend…

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