Verfasst von: turboluke | 5. November 2008

Die Geschichte mit dem Börsenbrief, der Gewinne garantierte…

Oder: Warum es so schwierig ist mit Hilfe von Börsenbriefen Geld zu verdienen.

Doch eines nach dem anderen. Beginnen wir mit einer Geschichte, die von Dr. Van Tharp gern erzählt wird.  Dr. Van Tharp kannte in den 90er Jahren einen Trader bei einer großen Investment-Bank. Eines Tages wurde dieser Trader mit einem kleinen, aber feinen Golden-Handshake entlassen. Er hatte jetzt ein wenig Kapital – nicht genug um sich zur Ruhe zu setzen, aber genug um sich selbst etwas kleines Aufzubauen. Der Investment-Banker war von seinen Trading-Fähigkeiten überzeugt. Er nutzte das Kapital, um sein zukünftiges Leben aus dem Trading zu finanzieren. Doch damit nicht genug. Er veröffentlichte sogar einen Börsenbrief mit einer Gewinngarantie. Er proklamierte, wenn die Performance nicht erbracht wird, dass er das Geld für den Brief rückerstattet. Ich denke, und hier weiß ich auch nicht mehr die genaue Zahl, aber ich denke er garantierte 100% in 12 Monaten.

Das ist ja ein recht sportliches Angebot, welches auch Dr. Van Tharp unterkam. Er meldete sich bei dem Investment-Banker und schlug ihm ein Experiment vor. Er sagte: “Du garantierst 100%. Ich würde gerne, mit deiner Erlaubnis, das Projekt verfolgen, und auch die Leser anschreiben, die sich für den Brief eingeschrieben haben. Wenn es dir gelingt die garantiere Performance zu erreichen, würde ich gerne untersuchen, wie sich die Leser so schlagen. Da deine Performance ja garantiert ist, sollte ja jeder reich werden...”

 

Und siehe da, der Banker sagte zu. So schrieb Van Tharp vor Beginn des Tradings die Leser an, und es willigten auch alle ein, am Ende des Jahres ihm zu sagen, wie sie abgeschnitten hatten.

 

Wie gut verdienen Leser an einem profitablen Börsenbrief?
Der Banker behielt auf jeden Fall recht. Er konnte seine angesagte Performance in dem Jahr sogar übertreffen. Dr. Van Tharp wurde Zeuge einer schönen Kapitalvermehrung über das Jahr hinweg. Auch seine Leser wurden stets rechtzeitig informiert. Doch trotzdem hatten mehr als die Hälfte weniger Kapital als zu Beginn des Jahres. Der große Rest machte Plus/Minus Null und nur ein paar wenige konnten etwas von der Performance mitnehmen. (Hierzu gibt es genaue Zahlen, aber die habe ich leider nicht mehr Kopf.)

 

Der springende Punkt ist: alle Leser hätten ihr Kapital vermehren können. Alles, was sie machen hätten müssen ist die Signale umzusetzen die ihnen vorgegeben wurden. Doch nicht nur, dass sie die profitablen Signale nicht verwerten konnten, die meisten hatten auch noch ein Minus am Ende des Jahres! Wie ist das denn Möglich?!

(Damit kommen wir zu dem Experiment von Dr. Van Tharp zurück. Wenn du dich nicht an die Stopps hälst, dann wirst du verlieren. Oder aber auch etwas anderes kann passieren.) Die meisten Leser des Börsenbriefs hatten verloren, weil sie nicht verstanden hatten, dass es Drawdowns und Gewinnphasen gibt (niemand gewinnt immer).

Nach Gewinnphasen begannen sie riesige Kapitalsummen zu riskieren. Viel mehr als der Banker. Nach langen Gewinnphasen hatten die Leser “Vertrauen” in den Brief bekommen und wollten schnell noch reicher werden (Gier). Sie riskierten. Doch nach langen Gewinnphasen folgt meist eines. Der Drawdown. Und plötzlich verloren sie mehr Geld als der Börsenbrief. Sie stellten das Trading ein, verfolgten den Brief aber weiter. Und wie es so kommt, endete auch die Drawdownphase. Der Brief machte wieder 3 oder 4 Gewinne. Da dachten sich die Leser: “Oh, schön. Jetzt kann ich wieder.” Und nach 3 oder 4 großen Gewinnern begannen sie wieder mit den Verlusttrades. Und da sie ja wieder Performance wettzumachen hatten, riskierten sie auch wieder mehr.

 

Und jetzt waren sie verärgert. Der Börsenbrief hatte Plus gemacht, und sie waren im Minus. Also wurde wieder das Risiko erhöht…

Quelle: http://www.daytrader.de

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