Verfasst von: turboluke | Dezember 27, 2009

Weisheiten zum Market-Timing!

 Heute morgen, als ich noch halb schlafend und nichts ahnend die Online-Präsenz des Handelsblattes aufsuchte (der Moderne Mensch von heute schlägt ja keine Zeitung mehr auf!), durfte ich einen Artikel lesen, bei dem ich alle 3 Zeilen so loslachen musste, dass ich meine Freundin aufweckte. Darüber hat sie sich so gefreut, dass gleich der ganze Sonntag Vormittag verdorben war. In diesem Artikel springt der Autor, ein Hr. Weber, über ein Thema, das merkwürdigerweise alle Börsianer bewegt: Den „Markt schlagen“. Scheint wohl ein Ur-Trieb zu sein, zeigen zu müssen wie dick die eigenen… naja, lassen wir’s. Der Autor, wohl Hobby-Börsianer und Verfechter von Buy-and-Hold schreibt darüber derart ausgelassen, dass er statt den Markt sich alle zwei Zeilen selbst schlägt. Ich möchte mal einige „Glanzpassagen“ hervorheben:

  • „Börsenkurse folgen einem Zufallsprozess“
  • „Angesichts der noch unsicheren konjunkturellen Situation haben sich viele über diesen starken Trend gewundert.“
  • „Weltweit lehren praktisch alle Hochschulen, dass man am besten in eine Kombination aus einer sicheren und einer optimal diversifizierten riskanten Anlage investiert.“
  • „Hat der Anleger sein optimales Portfolio definiert [...]„
  • Nach der Bildung des optimalen Portfolios sollten Kauf und Verkauf ausschließlich aus ökonomischen Gründen wie Liquiditätsbedarf, Portfolio-Rebalancing, Änderung der Risikoeinstellung bzw. Risikotragfähigkeit und Ähnlichem erfolgen.
  • Im Lichte der Buy-and-hold-Strategie ist das Leben einfach: Der Anleger braucht sich keine Gedanken über die Marktentwicklung zu machen.
  • Der Volatilitätsindex des Dax, der ein Maß für die erwartete Unsicherheit darstellt
  • u.s.w.

Der gute Hr. Weber meint, dass Börsenkruse einem Zufallsprozess folgen. Damit wäre die Wahrscheinlichkeit, dass der Tag morgen steigt oder fällt jeweils 50%. Wenn aber der heutige Tag ein negativer Tag ist, d.h. der Schlusskurs liegt unter dem Eröffnungskurs im Index, warum liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der morgige Tag steigt nun bei 58% statt 50%?  Wenn dann auch noch der heutige Tag ein Montag, oder ein Donnerstag ist und gestern negativ war, warum liegt die Wahrscheinlichkeit auf einen positiven Tag gleich schon bei über 70%?.

Was hat eine konjunkturelle Situation mit Trends zu tun?? Keine Ahnung wie man überhaupt darauf kommen kann diese zwei Dinge miteinander zu verknüpfen. Ich vermute mal, das nur Fachbegriffe im Artikel gefehlt haben, die der Chefredaktuer noch sehen wollte…

Was zum Henker ist ein optimales Portfolio und was hat das Anlegen im Aktienmarkt mit Imobilien zu tun, auf die der Autor im Artikel verweist? Buy-and-Hold wäre so einfach, weil man sich nicht die Mühe machen müsse den Markt zu studieren. Nun ja, der Mann ist genau deshalb Verlierer, eben WEIL er sich keine Gedanken über die Marktentwicklung macht. Und, um es genau zu nehmen: Der Volatilitätsindex ist ein Maß für die erwartete Schwankungsbreite. Ob das Unsicherheit ist oder nicht ist reine Interpretation.

Oder hier, ein ganzer Abschnitt:

„Zu Beginn des Jahrs 2009 verfügten die Anleger über relativ viel liquides Vermögen. [Stimmt. Relativ viel weniger als 2007, TL] So wurden beispielsweise 2008 in Deutschland über 30 Milliarden Euro aus Publikumsfonds abgezogen, und das obwohl die Einführung der Abgeltungsteuer zum Jahresbeginn 2009 eine starke Investition in Fonds nahegelegt hätte. [Der Satz ist so dämlich, dass ich besser nichts dazu schreibe! Abgeltungssteuer als Kaufgrund, Respekt! TL] Auch die ersten drei Monate des Jahres waren durch starke Abflüsse aus Aktien- und Mischfonds gekennzeichnet, was auf den Versuch von Market-Timing hinweist. Viele Gespräche von Anlegern drehten sich angesichts des außerordentlich geringen Zinsniveaus für sichere Anlagen um die Frage, wann der Zeitpunkt zum Wiedereinstieg in die Börse gekommen sei.“

Was will uns der gute Mann damit sagen? Dass es besser wäre in 2008 in Aktien geblieben zu sein, weil 2009 ja eine Erholung einsetzte? Hat er zufällig vergessen, dass in 2008 der Dax 40% abgeben durfte und heuer nur 20% zugelegt hat? dass der DAX in der Spitze bei über 8150 lag und heute bei 6000? Dann aber, und da leuchten meine Augen auf, schreibt er:

„Vielleicht existiert hier und da mal eine Strategie, die eine kleine Überrendite zumindest temporär erzielt, aber als erste Annäherung gilt: Man kann den Markt durch Market-Timing nicht schlagen.“

Natürlich! Was man selbst nicht schafft, können andere auch nicht schaffen, Basta! Hr. Weber, diese Wette nehme ich an! Ich habe seit Jahren eine „temporäre Überrendite“ vorzuweisen und werde auch 2010 eine „temporäre Überrendite“ erzielen. Durch Market-Timing. Nichts anderes. Und für Ihren Artikel - bei allem Respekt: Setzen, 6!

Ich werde von nun an einen zentralen „Market-Call“ abgeben. Buy, neutral, sell, und lasse mich gerne anhand dieser Calls am Ende des Jahres messen. Für den DAX reichts, für Hrn. Weber sowieso. Top die Wette gilt!

PS: In einem Punkt hat Hr. Weber recht. Wer, wie er, keine Strategie besitzt, und nicht messen kann wann es ein- und wann auszusteigen gilt, der hält sich am besten raus aus den Märkten. Vor seiner „Kaufen und beten“ Stragtegie möchte ich aber dringend warnen!!

Verfasst von: turboluke | Dezember 25, 2009

Frohe Weihnachten!

allen meinen treuen Lesern und ein herzliches Dankeschön für knapp 28.000 Klicks dieses Jahr!

Das motiviert auch im nächsten Jahr Gas zu geben!

PS: Und nie in den steigenden Trend shorten! ;-)

Verfasst von: turboluke | Dezember 21, 2009

2009 – eine Abrechnung

da das Jahr dem Ende neigt ist es an der Zeit einen Rückblick auf das Vergangene zu werfen und ich möchte es tun, in dem ich meine eigenen Thesen bzw. Vermutungen im Ausblick auf 2009 diskutiere. Das Schöne an einem Blog ist ja, dass die eigenen Gedanken festgehalten werden und dass man wunderbar zurückblicken kann um zu erkennen, welche Gedankengänge man damals hatte und warum. Fangen wir an!

Hier ist der Ausblick auf 2009, geschrieben am 2. Januar ‘09: http://turboluke.wordpress.com/2009/01/02/gedanken-zu-2009/

These 1: Das meiste Geld lauert auf der short Seite des Anleihenmarktes

In der letzten schweren Rezession / Depression haben sich die Unternehemsanleihen zwichen 1928 und 1932 ca. halbiert. Die derzeitige Rezession wird von den meisten Ökonomen als heftiger eingeschätzt, da die Verschuldung – gemessen am BIP- wesentlich höher ist. Deshalb werde ich Long-Positionen auf den Bund-Futre oder T-Bond nur konservativ behandeln, shorts dagegen handle ich agressiv. Fundamental bedeuten fallende Bond-Kurse einen steigenden Zins und das ist leider genau das, was ein schon stark verschuldetes Land oder Unternehmen nicht braucht. Ich sehe aufgrund dessen weiter Druck und Down-Potential in ALLEN Märkten. Die finanzpolitische Übermacht der Amerikaner schwindet und die Bereitschaft ihre Verschuldungspolitik zu finanzieren lässt derzeit deutlich nach. Eine negative Entwicklung auf den Bondmärkten kann eine Lawine auslösen, die die Fundamente des FinanzSYSTEMS unterwässern kann, die finanzpolitischen Mittel (vor allem Leitzinsen) sind heute nahezu ausgeschöpft. Daher dürfte es schwierig werden mit konventionellen Mitteln zu reagieren.

Ergebnis: Treffer! Der Chart unten belegt den tiefen Fall, der offensichtlich noch nicht gestoppt ist. Das Bewegungsmuter seit Juni ist klar korrektiv und es spricht Vieles dafür, dass hier noch Einiges an Ungemach droht. Auch wenn die Lawine noch nicht eingetreten ist, viel fehlt nicht mehr, mehr im Ausblick auf 2010

These 2: Wir werden ein Zinstief am „langen Arm“ (30-year Anleihe) sehen.

vielleicht haben wir diesen schon im Dezember 2008 gesehen. Fakt ist, die Dividendenrendite der Aktienmärkte ist bereits heute schon höher als die Rendite langläufiger Staatsanleihen (ca 3% Aktien vs 2,2% langlaufende Anleihen). Bondsmärkte haben an Attraktivität verloren. Das Kapital wird in höher verzinste Anlageformen wandern.

Ergebnis: Treffer! Na klar, wenn These 1 trifft, trifft auch These 2, da beides zusammenhängt. Für mich sieht das Jahr rückblickend so aus, als wäre das Geld aus den Anleihemärkten zurück in die Aktienmärkte, hier der Chart. Das Zinstief war tatsächlich im Dezember erreicht und sieg im Laufe des Jahres von 2,6% auf bis zu 4,8%.

These 3: Der Dollar dürfte weiterhin fallen

Dass der Dollar langfristig (Sicht >2 Jahre) schwach bleibt ist allein aufgrund der negativen Handelsbilanz der USA nicht schwierig zu progonstizieren (Dollars ohne Wertschöpfung!), kurzfristig aber hängt der Verlauf  meiner Ansicht nach von den Kapital Zu- und Abflüssen der Anleihemärkte ab. Das Ziel der „0%-Leitzinspolitik“ ist ohne Zweifel die weltweite Entwertung des US-Dollars und damit der Schulden der USA, die sich innerhalb der letzten Jahrzehnte im Ausland aufgetürmt haben. 

Ergebnis: Treffer! Der Dollar konnte Ende November/Anfang Dezember ein wichtiges Tief markieren. Für die Korrektur am Aktienmarkt war der Dollar neben den Aleihemärkten der zweite wichtige Antreiber durch CarryTrade Geschäfte. Hier der Chart:

These 4: Silber wird Gold outperformen

was nicht heißen soll, dass Gold fällt, im Gegenteil. Ich gehe davon aus, dass sich Gläubiger der USA (vor allem Japan & China) demnächst andere, „härtere“ Anlageforment suchen werden und aus dem US-Dollar flüchten

Ergebnis: Treffer! Treffer! und Treffer! Gold war zwar das Hauptthema dieses Jahr, aber Silber war wie erwartet noch eine Ecke stärker wie der Chart unten verdeutlicht.

These 5: Buffett’s Berkshire A Aktie verliert weitere 30%

Ergebnis: Auch hier ein Treffer, wenngleich sich die Aktie wieder auf den Ursprungswert von 100.000$ pro Stück wieder erholen konnte.

 These 6: Short auf Konsumaktien.

vor allem große Handelsketten, Warenhäuser, Modeunternehmen. Back to basic dürfte das Motto in 2009 sein, steigende Arbeitslosigkeit, steigende Angst, Rückbesinnung aufs Wesentliche dürften die Hauptthemen werden.

Ergebnis: Hier lag ich nicht ganz richtig, denn der erwartete Abverkauf trat nicht ein. Zwar konnten Konsumaktien wie WalMart (WMT) nicht Schritt halten mit den Indizes und waren relativ gesehen schwächer, fallen konnten sie dennoch nicht. Hier der Chart:

These 7: Weiter Turbulenzen auf den Devisenmärkten

 ich denke dass die Volatilität hier weiter enorm bleiben dürfte. Fundamental stärkste Währungen sollten der Schweizer Franken und die norwegische Krone werden. Der Euro dürfte gegenüber dem YEN weiter verlieren (Ziel < 100). Schwächste Währungen sollten aufgrund fundamentaler Hintergründe (inverste Zinsstruktur, Handelsdefizite. Demnach sollten Britischer Pfund, Australischer- und der US-Dollar schwach bleiben

Ergebnis: Naja, ob die Bewegungen nun volatil waren liegt im Auge des Betrachters. Fakt ist, der Schweizer Franken hat ggü. dem Dollar zugelegt, die norwegische Krone ebenfalls sehr deutlich. Der EUR konnte ggü. dem JPY auch zulegen (wenngleich nur schwach). Das Britische Pfund dagegen war wesentlich stärker als erwartet, ich zähle hier trotzdem insgesamt 4 von 5 Treffern. Der Chart zeigt den Franken ggü. USD:

These 8: Aktienmärkte werden neue Tiefs markieren,

evtl. sogar die Tiefs von 2002/3 unterbieten. Vorher aber rechne ich mit einem Touch des MA200 (Durchschnittskurs der vergangenen 200 Tage), vielleicht im April oder Mai. Im S&P 500 bedeutet das den Bereich von 1040-1100 Punkten, für den Dax bis ca. 5400 Punkten. Wir befinden uns nach der Ellitt’schen Wellentheorie in Welle 4, die sich durch ständige Umschwünge und einem Ringen zwischen Bullen und Bären kennzeichnet. Da die Welle 3 nur wenige Monate dauerte, rechne ich also mit einer längeren Welle 4 bevor uns Welle 5 neue Tiefs liefert. Daran können auch 0% Leitzinsen nichts ändern: Es gilt den Konsumenten zu überzeugen – nur hat der Konsument heute weniger Reallöhne und mehr Angst um seinen Arbeitsplatz. Das sind keine Idealbedingungen für weiteres Wachstum.

Ergebnis: Die Tiefs wurden zwar markiert, allerdings war der Verlauf der Märkte alles andere als erwartet. Mit einer solch enormen Gegenbewegung habe ich schlicht nicht gerechnet. Die Aktienmärkte befanden sich damals kurz vor einer Welle 5, heute sind wir am Rande des Tops der Gegenbewegung. Ich sage mal vorsichtig ein halber Treffer bei dieser These 8.

Alles in allem ein sehr ordentliches Ergebnis. Ich hoffe doch, dass der ein oder andere meiner Leser einen Nutzen ziehen konnte. Auch für 2010 werde ich meine Gedanken formulieren. Wie immer gibt’s das dann hier in Farbe und Bunt! ;-)

Angenehme restliche 2009 Tage wünscht

TL!

Verfasst von: turboluke | Dezember 20, 2009

Handelssystem für den PTR-Indikator

Ich habe einmal für die Hobby - Portfolio-Manager unter meinen Lesern eine detailiertere Auswertung der Signale gefertigt. Der Dax konnte vom 2.1.2009 an bis heute, 20.12. insgesamt 858,14 Punkte zulegen. Die gilt es mit dem PTR zu schlagen:

System 1 PTR

Kaufe den DAX wenn PTR > 1,01
Verkaufe den DAX wenn PTR < 0,99

Ergebnisse in DAX-Punkten:

Ertrag 2.213,65
Trades 9
Gewinner 5
% Gewinner 55,56%
Verlierer 4
% Verlierer 44,44%
Max Gewinn 902,95
Max Verlust -189,74
Schnitt Gewinn 523,85
Schnitt Verlust -81,12
Summe Gewinner 2.619,25
Summe Verlierer -405,60
Faktor DAX geschlagen 2,58

 

Das sieht insgesamt schon sehr vielversprechend aus, insgesamt aber – und das kann man an der Anzahl der Gewinner und Verlierer sehen, die fast gleich sind, profitiert das System von den extrem starken Trends dieses Jahr. So beträgt beispielsweise der maximale Gewinn insgesamt sagenhafte 902 Punkte. Der Drawdown und der Durchschnittsverlust sind aber verbesserungswürdig, deshalb optimieren wir das System und erweitern es um einen TrailingStop:

System 2 PTR

Kaufe den DAX wenn PTR > 1,01
Stop wenn PTR <= 1,01

Verkaufe den DAX wenn PTR < 0,99
Stop wenn PTR >= 0,99

Ergebnisse in DAX-Punkten:

Ertrag 2.634,12
Trades 14
Gewinner 10
% Gewinner 71,43%
Verlierer 4
% Verlierer 28,57%
Max Gewinn 739,84
Max Verlust -161,24
Schnitt Gewinn 285,51
Schnitt Verlust -55,24
Summe Gewinner 2855,09
Summe Verlierer -220,97
Faktor DAX geschlagen 3,07

 

Diese kleine Änderung wirkt sich sehr vielversprechend aus: Die Anzahl der getätigten Aktionen steigt zwar erwartungsgemäß von 9 auf 14, insgesamt aber können zusätzliche 420 DAX-Punkte ergattert werden und der maximale Drawdown um knapp 20 Punkte minimiert werden. Auch der durchschnittliche Verlust fällt von 81 auf 55 Punkte was uns die Möglichkeit bietet am Einsatzrisiko zu schrauben. Sehr positiv ist der Prozentanteil der Gewinner zu Verlierern, da er uns verdeutlicht, dass das System auch in weniger trendstarken Märkten funktieren dürfte. Also, ihr wollt den Dax schlagen? Nichts einfacher als das!

Einen schönen 4. Adventstag euch allen!!

Verfasst von: turboluke | Dezember 20, 2009

PTR für 2009

Hallo zusammen,

nachdem ich gestern einen super Tag zum Abschalten beim Skifahren in Österreich verbringen durfte, bin ich heute wieder voller Tatendrang und habe eine kleine Analyse meines PTR-Indikators für das Jahr 2009 aufgestellt. Zu sehen ist die prozentuale Verteilung der Markttage für die Deutschen Indizes. Dabei wurde jeder Handelstag einzeln bewertet. Insgesamt war der Indikator äußerst gut in der Lage die bullishe Situation der Märkte widerzugeben. Ich habe hierzu zusätzlich, um die Verwässerung etwas zu mindern, auch unterschieden zwischen dem Anfang des Bullenmarktes sei 10.3.2009 und davor. Schaut selbst:

Es gab seit 10.3.2009 insgesamt 148 bullishe, 26 neutrale und 30 bearishe Handelstage. Das lässt sich auch angand der Handelssignale sehr gut veranschaulichen:

Das einzig „echte“ Fehlsignal tauchte nur Anfang Oktober auf. Auch das letzte Sell-Signal im Oktober wäre nur ertragreich falls man einen geegneten Trailing Stop verwendet hätte. Insgesamt aber ist die Signalqualität was größere Bewegungen betrifft mehr als zufriedenstellend. Der aktuelle Indikatorwert ist im Reiter PTR zu entnehmen.

Insgesamt ließen sich im DAX mit dieser einfachen BUY und SELL Strategie 2.213,65 DAX-Punkte verdienen bei einem maximalen Drawdown von 189,74 Punkten. Der Dax hat als Benchmark vom 2.1.2009 bis heute (20.12.2009) insgesamt „nur“ 858,14 Punkte zugelegt. Liebe Portfolio-Manager, ihr wollt den DAX schlagen? Der PTR als Indikator ist die einfachste Möglichkeit! ;-)

Verfasst von: turboluke | Dezember 16, 2009

Heute ist ein ganz besonderer Tag

denn das Time Magazine hat Ben Bernake, den FED-Notenbankchef zum Mann des Jahres gekührt. Und ich hatte bereits gedacht, mehr als das Nobelkomitee, welches Barak Obama, der munter Truppen in den Irak schickt, den Friedensnobelpreis verliehen hat, kann man sich nicht blamieren…

Hier ist der Artikel: http://www.time.com/time/

Was lässt sich für antizyklisch denkenden Anleger mit dieser Information anfangen? Nunja, schaut mal in die Vergangenheit:

Die einzigen Male, in denen Persönlichkeiten aus dem „Business“ diesen Preis verliehen bekommen haben waren: http://www.time.com/time/interactive/0,31813,1681791,00.html

  1. 1928: Walter Chrysler, Chef der Chrysler Cooperation für die Übernahme von Buik
  2. 1929: Owen Young, Direktor von General Electric, Preis für die Gründung des Young-Plans, dessen Ausgang wir alle kennen…
  3. 1999: Jeff Bezos, Amazon.com Gründer, 2 Jahre später betrug der Aktienwert seines Unternehmens nicht mehr 96$ sondern nur noch 6$ pro Aktie.

 Im Jahr 1930 begann der große Crash, im Jahr 2000 platzte die Dot.com Blase. Ich bin eigentlich ein sehr optimistisch denkender Mensch, aber unter diesen Umständen bekomme ich förmlich Angst, was die Entwicklung der kommenden Jahre angeht. Wenn im Mainstream Businesshelden gefeiert werden, dann hat das sehr offensichtlich Verknüpfungen mit einer völlig euphorischen Aktienmarktstimmung.

Macht euch eure eigenen Schlussfolgerungen wenn ihr Aktien nun kaufen, und langfristig unters Kissen legen wollt. Wir sind meiner Ansicht nach nun an einem der wichtigsten Zeitpunkte dieser Dekade angekommen. Die kommenden Jahre werden sehr sehr bitter…

Dazu vielleicht ganz passend: Kabinett billigt Rekord-Neuschulden

Verfasst von: turboluke | Dezember 16, 2009

EUR\USD am ersten Ziel angekommen

Am 7. Dezember verwies ich auf den drohenden Fall des Euro gegenüber dem Dollar. Hier der kurze Blogeintrag. Heute, knapp 300 Pips später, ist die Position am Widerstand angekommen und ist abgeprallt. Das hat mich dazu bewogen die Position zu schließen. Der erste Abwärtsimpuls ist nun beednet und es gilt wieder die Korrektur zu bewerten und zu sehen, ob sich ein neuer Trend bilden kann. Das Mindestziel dieser Korrektur beträgt 1,475.

EUR/USD-Währungspaar, mittelfristig Quelle: freestockcharts.com

Nahaufnahme, Quelle: freestockcharts.com

Übrigens: Der nun kurzfristig fallende USD wird die Aktienmärkte beflügeln, da der USD zu den Aktienmärkten in den vergangenen Monaten antipropotional korrelierte. Stichwort: Carry-Trades

Verfasst von: turboluke | Dezember 14, 2009

Explosives Setting

Wie die meisten meiner Leser wissen, bin ich eigentlich lieber auf der short Seite unterwegs. Die Bewegungen sind erratisch, d.h. heftig und voller Panik und so lässt sich an diesen Absackern prächtig verdienen. Deshalb schaue ich normalerweise eher nach short-Gelegenheiten. Damit habe ich in 2008 hervorragend verdient. 2009 dagegen war der Kopf trotz klarster bullisher Anzeichen nicht früh genug umgestellt und so habe ich leider von der Rallye viel zu wenig profitieren können.

Die Fehler waren schnell erkannt. Wenn eine Richtung stets richtig ist, ist es extrem schwierig zu glauben, dass plötzlich genau das Gegenteil angesagt ist. Und so malt sich der Kopf eigene Bilder. Wir sehen das was wir sehen wollen und das ist leider viel zu oft fernab der Realität. 

Als Maßnahme habe ich beschlossen wieder zurück zum Systemhandel zu kommen. Diese Stufe hatte ich eigentlich schon abgeschlossen. Ich fühlte mich erfahren genug um „mit dem Auge“ handeln zu können. Doch das war ich nicht - wie ich leidvoll wenig später feststellen musste. Im März bin ich zwar einen Tag vor dem endgültigen Low, am 8.3., long gegangen und konnte die erste Bewegung wirklich gut erwischen. Mehr als 100 Punkte im S&P waren verbucht. Was folgte waren vergebliche Short-Versuche und ein Verbrennen der hart erkämpften Punkte. Nach und nach… Schnell stand der Beschluss fest: Das soll mir kein 2. mal passieren und so begann ich mit den Hausaufgaben…

Heute, just als der S&P500 am 52-Wochen Hoch schließt, 4 grüne Tage abgespult hat und keine Übertreibungstendenzen zeigt, bin ich long und schaue nicht nach short Gelegenheiten. Das ist der Unterschied. Das ist der Fortschritt. Die Signale, die ich habe, sind völlig klar und brauchen keine zweite Meinung. Wir haben die Tore nach oben nun offen! Das Kursmuster verdeutlicht klar:  Weit und breit ist immer noch kein einziger Bär in Sicht. Die Bären scheinen tatsächlich einen Winterschlaf zu halten, also lohnt es sich zurück zu lehnen, den Ticker abzuschalten und die Hausaufgaben zu erledigen: Schauen wir uns also mal Märkte an, die ein möglichst ähnliches Jahreskursmuster vorweisen können und schauen wir, inwieweit sich daraus Schlüsse ziehen lassen können:

1. Der Jahresverlauf des S&P500 entspricht zu 75% dem von 2003 und zu 63% dem von 1982 (da hab ich noch in die Windeln gemacht… ;-) )

Der erstaunlich ähnliche Jahresverlauf 2003 vs 2009, Quelle: www.mrci.com

1982 war der Anstieg sogar noch explosiver, trotzdem gibt es insg. 62% Kursähnlichkeit

Worauf will ich hinaus? Beide Jahre waren genau wie dieses sehr bullish, also lohnt es sich einmal zu schauen wie die Märkte in Dezember und Januar abgeschnitten haben damals. Hier einmal der S&P500 von 2003 und von 1982:

Deutlich zu sehen: Die „explosionsartige“ Aufwärtsbewegung, begann am 15.12.2003

Auch 1982 konnten die Märkte trotz vollzogener 6-monatiger  Aufwärtsbewegung weiter zulegen.

Also frage ich mich: Warum soll das diesmal anders sein?? Darauf habe ich schlicht keine Antwort. Deshalb ist die long Positionierung aus meiner Sicht derzeit die einzig richtige!

Eine angenehme Woche noch!

Verfasst von: turboluke | Dezember 11, 2009

Der Markt will nach oben

denn sowohl der DAX als auch die US-Futures konnten wichtige Hürden nehmen. Auch im PTR stehen die Zeichen auf grün und es sieht alles so aus als würden wir vor dem Beginn der Jahresendrallye stehen. Mein Handelssystem hat bereits ein Kaufsignal geliefert, das ich mit DB2QB0 bereits umgesetzt habe. Das letzte Signal war demnach ein Fehlsignal. Trotzdem habe ich den Trade mit 2%Depotgewinn schließen können und das sollte doch verdeutlichen, dass man mit etwas Geschick und der Hilfe der techn. Analyse in der Lage ist die Umsetztung durchaus zu verfeinern. Ich bin wirklich sehr froh wie es gelaufen ist, denn hätte ich die Signale einfach nur stumpf nachgehandelt, würde ich nun mit einem Minus von 8% aufs Depot da stehen. Und das ist nicht ohne…

Hier mal ein Blick auf den PTR. Auch nach der Korrektur bleibt alles im positiven  Bereich. Ich würde sagen, die Jahresendrallye hat so eben begonnen.

Verfasst von: turboluke | Dezember 10, 2009

Dax vor Widerständen

die er aus meiner Sicht ohne die Hilfe der Amis nicht durchbrechen kann. Schaut selbst. Seit Beginn dieser nervigen Seitwärtsspanne hatte der Dax im Bereich von 5720-5750 immer wieder Hoch bzw. Tiefpunkte gebildet. Wird es auch diesmal so sein?

Wir wissen es nicht. Was wir jedoch wissen: Wird diese Zone überwunden, ist der Weg zu neuen Hochs frei und longs werden wieder sehr interessant.

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